Am Tag der Adoption schlägt jedes Herz ein wenig schneller.
Sie – weil Sie gerade eine große Entscheidung getroffen haben.
Das Tier – weil sich sein Leben in einer Sekunde ändert.
Und oft machen wir, ohne es zu wollen, kleine Fehler … nicht aus Mangel an Liebe, sondern weil wir zu schnell „alles richtig machen“ wollen.
In diesem Artikel teilen wir die fünf häufigsten Fehler, die wir nach einer Adoption beobachten – und vor allem, wie man sie einfach und behutsam vermeidet, damit die Geschichte unter einem guten Stern beginnt.
Fehler Nr. 1: Der Versuch, sofort alles „wiedergutzumachen“
Sie möchten, dass sich das Tier sofort wohlfühlt, also geben Sie ihm alles:
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Spielzeug überall
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Leckerlis
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Sofa, Bett, mehrere Zimmer
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Kuscheleinheiten auf Abruf
Das Problem?
Ein gestresstes Tier braucht nicht „mehr“. Es braucht Klarheit.
✅ Was wirklich hilft:
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ein ruhiger Rückzugsort (ein Zimmer oder eine feste Ecke)
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zu Beginn nur wenige Gegenstände (nur das Nötigste)
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eine einfache Routine: Mahlzeiten, Gassirunden/Toilettengänge, Ruhephasen
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Behutsamkeit, ohne es zu überfordern
Liebe ist nicht Intensität.
Es ist Stabilität.
Fehler Nr. 2: Besuch in den ersten Tagen einladen
Die Familie will das Tier sehen, Freunde wollen es kennenlernen – alle sind aufgeregt …
Doch für das Tier kann sich das wie ein Sturm anfühlen.
✅ Stattdessen:
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mindestens 3 bis 7 Tage Ruhe
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ein „stilles“ Zuhause
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später eine Person nach der anderen vorstellen
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das Tier den Kontakt wählen lassen
Ein Tier, das von selbst auf Sie zukommt, ist der Beginn von Vertrauen.
Ein Tier, das gedrängt wird, verschließt sich.
Fehler Nr. 3: Stress als „schlechten Charakter“ missverstehen
Ein bellender Hund, eine fauchende Katze, ein Tier, das sich versteckt …
Das ist nicht unbedingt die Persönlichkeit. Es ist oft Stress.
Viele Verhaltensweisen zu Beginn sind nur vorübergehend:
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Unruhe, Winseln
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Missgeschicke im Haus
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Kauen/Zerstören
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Flucht und Angst
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Futterverweigerung
✅ Was zu tun ist:
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nicht bestrafen
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die Umgebung sicher machen (Türen schließen, Bereiche absperren, Wertsachen schützen)
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eine Routine etablieren
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ruhiges Verhalten belohnen
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bei Sorgen um Rat fragen
Stress lässt sich nicht durch Zwang lösen.
Er legt sich durch Vertrauen.
Fehler Nr. 4: Zu schnell mit Regeln (oder gar keine Regeln)
Es gibt zwei Extreme:
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„Alles ist erlaubt, weil das Tier gelitten hat.“
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„Alles muss sofort perfekt sein.“
In beiden Fällen ist das Tier verloren.
✅ Die Balance:
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wenige, aber klare Regeln
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Konsequenz (alle halten sich an dasselbe)
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ruhig gesetzte Grenzen
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Belohnung, wenn das Tier das Richtige tut
Das Ziel ist kein „perfektes“ Tier.
Es ist ein Tier, das sich in einem einfachen Rahmen sicher fühlt.
Fehler Nr. 5: Erwarten, dass sie „verstehen“, anstatt ihnen beim Lernen zu helfen
Man vergisst leicht, dass das Tier unsere Sprache nicht spricht.
Es weiß nicht:
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wo es schlafen soll
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wo es sein Geschäft verrichten darf
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wie Ihr Zuhause funktioniert
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was gefährlich ist
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was erwartet wird
✅ Was funktioniert:
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leiten statt schimpfen
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vorausplanen statt reparieren
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richtiges Verhalten bestärken (Belohnung)
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ruhig wiederholen
Ein Tier „versagt“ nicht, um Sie zu ärgern.
Es lernt einfach noch.
Die 3 Säulen einer erfolgreichen Adoption
Wenn Sie sich nur drei Dinge merken, dann diese:
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Routine
Sie beruhigt. Sie stabilisiert. Sie schafft eine vorhersehbare Welt.
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Geduld
Einige tauen in 24 Stunden auf, andere in 3 Wochen, wieder andere in 3 Monaten. Nichts von dieser Zeit ist „verschwendet“. Sie baut Ihre Bindung auf.
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Sanftmut
Eine ruhige Stimme, stetige Bewegungen, den Rhythmus des Tieres respektieren – das ist die universelle Sprache.
Eine wichtige Sache: Es ist okay, wenn es schwerfällt
Ein Tier zu lieben bedeutet nicht, dass sich sofort alles leicht anfühlt.
Sie fühlen sich vielleicht müde, besorgt oder überwältigt.
Das macht Sie nicht zu einem schlechten Menschen.
Wichtig ist, nicht allein zu bleiben.
Wenn Sie Zweifel, Fragen oder Schwierigkeiten haben: Sprechen Sie mit uns.
Eine Adoption ist eine Begegnung – und manchmal eine Zeit der Anpassung.
Fazit: Der Anfang bestimmt nicht die Zukunft
Die ersten Tage können verwirrend sein.
Aber sie sagen nichts darüber aus, wie das Tier in drei Monaten sein wird.
Ein adoptiertes Tier ist ein Herz, das wieder zum Leben erwacht.
Und manchmal braucht das ein wenig Zeit.
Doch an dem Tag, an dem Sie sehen:
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einen Hund, der zum ersten Mal tief und fest schläft
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eine Katze, die sich ohne Zögern an Sie schmiegt
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einen Blick, der endlich entspannt ist …
… werden Sie verstehen, dass es das alles wert war.
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